Fisch nachhaltig einkaufen: Acht einfache Regeln für den Einkauf im Supermarkt / Mit wenigen einfachen Regeln können VerbraucherInnen beim Fischeinkauf einen Beitrag zum Schutz der Meere leisten

Berlin (ots) –

Mit dem Ende der Ferienzeit rückt für viele Verbraucherinnen und Verbraucher wieder der Einkauf für den Alltag in den Mittelpunkt. Gerade beim Fisch stellen sich dabei häufig dieselben Fragen: Welche Produkte stammen aus nachhaltiger Herkunft? Woran lässt sich diese erkennen? Und welche Informationen auf der Verpackung helfen wirklich weiter?

Die gute Nachricht: Verantwortungsvoller Fischeinkauf muss nicht kompliziert sein. Schon wenige einfache „Check deinen Fisch!“-Regeln helfen dabei, bewusste Kaufentscheidungen zu treffen – ganz gleich, ob an der Frischetheke oder im Tiefkühlregal.

„An der Fischtheke oder im Kühlregal fällt die Entscheidung oft in wenigen Sekunden. Die wenigsten Menschen kennen die Unterschiede zwischen Fischarten, Fanggebieten oder Fangmethoden – und das müssen sie auch nicht. Entscheidend ist, dass es eine verlässliche Orientierung gibt, die ökologisch verantwortungsvollen Einkauf einfach macht.“ Kathrin Runge, Program Manager Marine Stewardship Council (MSC)

Acht einfache Regeln für nachhaltigen Fischeinkauf

1. Auf unabhängige Zertifizierungen achten

Unabhängige Siegel bieten beim Einkauf eine schnelle Orientierung. Fischprodukte, die etwa das blaue MSC-Siegel tragen, enthalten Wildfisch aus MSC-zertifiziertem Fischfang. Dieser wurde unabhängig geprüft und erfüllt die Anforderungen des Marine Stewardship Council an eine ökologisch nachhaltige Befischung der Meere. Das ASC-Siegel steht für den Aquaculture Stewardship Council. Es kennzeichnet Fisch- und Meeresfrüchte, die nach Tierwohl-, Umwelt-, & Sozialkriterien des ASC-Programms gezüchtet wurden.

Wer beim Einkauf auf diese Siegel achtet, entscheidet sich auch ohne detaillierte Kenntnisse über einzelne Fischarten, Fanggebiete oder Zuchtmethoden für eine überprüfte Herkunft.

2. Nicht nur auf die Fischart schauen

Welcher Fisch aus ökologischen Gesichtspunkten empfehlenswert ist, lässt sich nicht allein an der Fischart erkennen. Bei Wildfisch kommt es unter anderem darauf an, aus welchem Fanggebiet er stammt und wie er gefangen wurde, bei Zuchtfisch ist wichtig, welche Umwelt- und Sozialstandards der Herkunftsbetrieb erfüllt. Deshalb lohnt es sich, bei Wildfang wie bei gezüchtetem Fisch auf Herkunft und unabhängige Zertifizierungen zu achten.

3. Mehr Vielfalt auf den Teller bringen

Lachs und Thunfisch zählen zu den beliebtesten Fischarten. Wer auch andere zertifizierte Arten wählt, verteilt die Nachfrage. Gleichzeitig entdecken Sie neue Geschmacksrichtungen. Gefährdete Arten wie der Europäische Aal sollten grundsätzlich gemieden werden, da seine Bestände bedroht sind und er sich in Gefangenschaft nicht vermehren lässt.

4. Saison ist nicht alles

Was bei Erdbeeren oder Spargel eine gute Orientierung sein kann, lässt sich auf Fisch nicht übertragen. „Saisonal“ bedeutet bei Seafood (etwa Matjeshering, Maischolle, Skrei oder Muscheln) nicht automatisch „nachhaltig“. Entscheidend ist vielmehr, ob Wildfisch aus Fangaktivitäten stammt, die regelmäßig überprüft werden oder Zuchtfisch unter der Einhaltung strikter Kriterien erzeugt wurde. Unabhängige Zertifizierungen bieten hier eine einfachere Orientierung.

5. Lebensmittelverschwendung vermeiden

Fisch ist ein hochwertiges Lebensmittel und sollte möglichst vollständig verwertet werden. Kaufen Sie nur so viel, wie Sie tatsächlich benötigen. Wer ganze Fische zubereitet, kann Gräten und Karkassen beispielsweise für einen Fischfond verwenden.

6. Tiefkühlfisch bewusst nutzen

Tiefkühlprodukte sind oft schon sinnvoll portioniert, lassen sich somit direkt zubereiten. Außerdem kann man sie länger aufbewahren. Gerade für kleinere Haushalte können sie helfen, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.

7. Fisch bewusst genießen

Ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche reichen aus, um von den ernährungsphysiologischen Vorteilen zu profitieren. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit einem hohen Anteil pflanzlicher Lebensmittel bleibt die Grundlage einer ausgewogenen Ernährung.

8. Greenwashing ade

Nachhaltigkeitsversprechen auf Verpackungen werden künftig strenger geprüft. Mit der ab dem 27.9. in Kraft tretenden EU-Richtlinie gegen Greenwashing sind allgemeine Aussagen wie „umweltfreundlich“ oder „grün“ ohne nähere Erläuterung und Belege verboten. Verbraucher profitieren dadurch von mehr Transparenz und besserer Orientierung beim Einkauf. Für Verbraucherinnen und Verbraucher wird damit ein Unterschied sichtbarer, der bisher oft verborgen blieb: zwischen einem werblichen Umweltversprechen und einer unabhängig überprüften Zertifizierung nach transparenten, international anerkannten Standards.

„Wer sich für ASC-zertifizierte Produkte entscheidet, unterstützt damit Fischzuchtbetriebe, die auf den Schutz von Ökosystemen, einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, Tierwohl und gute Arbeitsbedingungen setzen. Das zeigt sich auch in konkreten Anforderungen. Garnelen mit ASC-Siegel enthalten beispielsweise keine Antibiotika und werden ohne die Abholzung von Mangroven gezüchtet. So kann eine bewusste Entscheidung beim Einkauf einen Unterschied machen.“ Dennis Wittmann, General Manager DACH, Aquaculture Stewardship Council (ASC)

Kleine Entscheidungen mit großer Wirkung

Ob an der Frischetheke oder im Tiefkühlregal: Nachhaltiger Fischeinkauf beginnt oft mit einem kurzen Blick auf Herkunft und unabhängige Zertifizierungen. Wer außerdem abwechslungsreich und in Maßen genießt und Lebensmittelverschwendung vermeidet, kann mit wenigen Entscheidungen dazu beitragen, Fischbestände und Meereslebensräume langfristig zu erhalten.

Über die Initiative „Check deinen Fisch“

Die 2019 von ASC und MSC gegründete Initiative „Check deinen Fisch“ (www.check-deinen-fisch.org) ruft den Menschen jährlich in einem DACH-weiten Aktionsmonat die Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit der wertvollen Ressource Fisch in Erinnerung. Die diesjährige Aktion findet den ganzen September über in Deutschland in Österreich und der Schweiz mit zahlreichen Partnern des Lebensmittelhandels statt.

Über den ASC

Das ASC-Nachhaltigkeitssiegel ist ein globaler Indikator für Transparenz in der Aquakultur. Es kennzeichnet Fisch und Meeresfrüchte, die nachweislich gemäß den definierten Tierwohl-, Umwelt- und Sozialkriterien des Aquaculture Stewardship Council (ASC) gezüchtet wurden

Über den MSC

Das blaue MSC-Siegel kennzeichnet Wildfisch aus unabhängig geprüftem, ökologisch nachhaltigem Fischfang, der die drei Grundanforderungen des MSC-Umweltstandards erfüllt: den langfristigen Erhalt der Fischbestände, die Reduzierung von Auswirkungen auf das Ökosystem Meer, eine wissenschaftlich fundierte Regulierung des Fischfangs samt regelmäßigen Kontrollen.

Pressekontakt:
Michael Hegenauer
Marine Stewardship Council
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Quelle: ots