Nordzucker blickt auf erfolgreiche Kampagne 2025/26: Stabile Verarbeitung mit überdurchschnittlichen Erträgen, Markt unter Druck – klare Strategie für die Zukunft
Braunschweig (ots) –
Nordzucker blickt auf eine erfolgreiche Rübenkampagne 2025/26 mit stabiler Verarbeitung. Die Investitionen in das unternehmensweite GoGreen-Programm zeigen deutliche Fortschritte bei Energieeffizienz und CO2-Reduktion. Gleichzeitig belasten niedrige Preise und Überkapazitäten den Markt. Mit frühzeitig eingeleiteten Maßnahmen und einem zusätzlichen Sofortprogramm stellt sich Nordzucker dem herausfordernden Marktumfeld.
Nordzucker blickt zum Jahresbeginn auf eine stabile Kampagne 2025/26. Während bereits im Dezember in Finnland und Litauen die Zuckerrüben-Kampagne beendet wurde, schließen in der zweiten Januarhälfte die deutschen Werke ihre Kampagne ab, gefolgt von den Zuckerfabriken in Schweden, der Slowakei, Dänemark und Polen. Die Erntebedingungen waren während der gesamten Kampagnendauer insgesamt gut. Rübenkrankheiten und auch der sich weiter ausbreitende SBR-Komplex hatten regional begrenzt aber insgesamt keine außergewöhnlichen Auswirkungen auf Rübenerträge und -qualitäten.
„Die stabile Verarbeitung in unseren Werken, die Leistungsfähigkeit unserer Logistik und die sehr gute Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette tragen wesentlich dazu bei, dass wir die Kampagne sicher und effizient abschließen können“, betont Lars Gorissen, Chief Executive Officer der Nordzucker AG. „Die konsequenten Investitionen in unsere Werke und ein besonderes Augenmerk auf Zusammenarbeit und Optimierung von Prozessen zahlen sich aus und sind Ansporn, unsere Strategie unter anspruchsvollen Marktbedingungen weiter konsequent umzusetzen.“
Kampagne 2025/26: überdurchschnittliche Erträge und stabile Verarbeitung
Über den Konzern hinweg wurden erneut deutlich überdurchschnittliche Rübenerträge verzeichnet. Vorteilhafte Witterungsbedingungen sowie ein hoher über dem fünfjährigen Durchschnitt liegender Zuckergehalt, der regional von unter 16 bis über 18 Prozent stark variierte, steigerten die produzierte Zuckermenge. Bis Ende 2025 sorgten günstige Witterungsverhältnisse für reibungslose Lagerung und Transport der Rüben, während Glätte und Schnee im Januar die Rübenlogistik in Deutschland zum Kampagneende herausforderten.
Erfolgreiche Crush in Australien mit technologischen Neuerungen
Auch die Crush, die Ernte und Verarbeitung von Zuckerrohr, in Australien wurde im Dezember erfolgreich abgeschlossen. Die Nordzucker Tochter Mackay Sugar verarbeitete insgesamt 4,8 Millionen Tonnen Zuckerrohr und setzte in den drei Werksstandorten Marian, Racecourse und Farleigh wichtige technologische Neuerungen um.
Dekarbonisierung: Energiekennzahlen verbessert und CO2-Ausstoß deutlich verringert
Im Zuge des unternehmensweiten GoGreen-Programms zur Dekarbonisierung der Zuckerproduktion konnten die Energiekennzahlen in den Werken verbessert und der CO2-Ausstoß weiter deutlich gesenkt werden. Dazu trugen unter anderem Effizienzsteigerungen in den Prozessschritten, die Nutzung von Biogas aus eigenen Rübenschnitzeln sowie die verstärkte Nutzung der Energierückgewinnung aus Dampf bei. „Die konsequenten Investitionen über die letzten Jahre in Energieeffizienz machen sich jetzt in der Praxis deutlich bemerkbar: Wir arbeiten stabiler, effizienter und ressourcenschonender. Wir sind damit auf einem hervorragenden Weg, unsere gesetzten Ziele zur CO2-Reduktion bis 2030 zu erreichen und zugleich die operative Leistungsfähigkeit zu steigern“, betont Alexander Godow, Chief Operating Officer.
Marktumfeld: Weltmarktpreise auf Tiefstand, EU-Zuckermarkt unter Druck
Seit Mai 2025 sind die Weltmarktpreise für Zucker deutlich gefallen – auf den niedrigsten Stand seit 2021. Hohe Ernteerträge in Brasilien, Indien und der EU sowie Unsicherheiten aufgrund von Zöllen und Wechselkursschwankungen verstärken den Preisdruck im EU-Zuckermarkt. Darüber hinaus ist ein Konsumrückgang zu beobachten, der den Zucker-Absatz reduziert. „Das deutlich niedrigere Preisniveau bei gleichzeitig großen verfügbaren Mengen prägt den Markt seit Monaten. Aufgrund dieser Entwicklungen ist vorerst keine substanzielle Preiserholung zu erwarten“, beschreibt Alexander Godow die Situation der Märkte.
Finanzlage und Maßnahmen: Verlust erwartet, frühzeitig gegengesteuert – weitere Schritte in Umsetzung
Vor dem Hintergrund dieser Marktbedingungen rechnet Nordzucker im laufenden Geschäftsjahr mit einem operativen Verlust im hohen zweistelligen Millionenbereich und damit deutlich schlechteren Ergebnissen als erwartet. „Die extremen Marktdynamiken mit zwei überdurchschnittlichen Ernten in Europa in Folge belasten unser Geschäft erheblich“, erläutert Alexander Bott, Chief Financial Officer der Nordzucker AG. „Wir kennen unseren Markt und können mit seinen Volatilitäten umgehen. Entsprechend haben wir bereits Anfang 2025 frühzeitig ein Bündel an Maßnahmen zur Kostenoptimierung gestartet und werden diese in 2026 nicht nur konsequent weiterführen, sondern ausweiten.“
Zu den bereits eingeleiteten Maßnahmen zählen die Intensivierung von Exzellenzprogrammen, die Anpassung des Investitionsbudgets, die Senkung der Verwaltungskosten sowie die Optimierung der Rübenpreismodelle. Dank einer hohen Eigenkapitalquote ist Nordzucker solide finanziert und bleibt auch in einem herausfordernden Umfeld ein verlässlicher Partner für Rübenanbauer und Kunden.
„Vor dem Hintergrund des aktuell bestehenden Marktzyklus richten wir unsere Prozesse und Kostenstrukturen konsequent auf Effizienz und Resilienz aus. Eine deutliche Preiserholung ist allerdings kurzfristig nicht zu erwarten; auch für 2026/27 rechnen wir daher aktuell mit einem Verlust. Unser Ziel ist es, aus eigener Kraft im Geschäftsjahr 2027/28 wieder profitabel zu werden – auch bei niedrigen Absatzpreisen“, so CFO Alexander Bott weiter.
Strategische Ausrichtung: Stabilität sichern, Chancen ermöglichen
„Wir haben eine klare Strategie, um die Profitabilität unseres Geschäfts eigenständig zurückzuerlangen – auch wenn die Absatzpreise langfristig niedrig bleiben sollten“, betont Lars Gorissen. „Neben zusätzlichen internen Kostenreduzierungen zählt dazu in der aktuellen Marktsituation, und nach mehreren Jahren mit sehr guten Rübenpreisen, auch die Reduzierung der Rübenpreise. Es zeichnet unsere Branche aus, dass alle Partner entlang der Wertschöpfungskette dazu beitragen, dass Zuckerrübe und Zuckerproduktion attraktiv bleiben und langfristig gute wirtschaftliche Perspektiven bieten.“
Zur Sicherung der Stabilität wird das im Frühjahr 2025 begonnene Maßnahmenpaket deutlich intensiviert und um ein zusätzliches Programm mit weiteren Einsparungen in den kommenden zwei Jahren ergänzt. Dessen genaue Ausgestaltung wird derzeit erarbeitet. Die geplanten Schritte betreffen insbesondere die Bereiche Verwaltungskostenanpassungen und strukturelle Optimierungen.
Parallel bleiben Dekarbonisierung und Digitalisierung zentrale Schwerpunkte der Unternehmensstrategie; Wachstum außerhalb Europas im Zuckerrohr sowie die Diversifikation im Bereich alternativer Proteine sind wesentliche Elemente für die mittel- und langfristige Entwicklung.
Hintergrund
Kampagne / Crush
Als Zuckerrübenkampagne oder kurz Kampagne wird der Zeitraum des Jahres bezeichnet, in dem die Zuckerrüben in den Zuckerfabriken verarbeitet werden. Die Kampagne dauert in der Regel von Mitte September bis Januar. Die Crush ist die Zeit, in der das Zuckerrohr in den Zuckermühlen von Mackay Sugar Ltd. in Australien verarbeitet wird. Sie dauert etwa von Juni bis Dezember.
SBR-Komplex
Schilf-Glasflügelzikaden übertragen das Syndrome Basses Richesses (SBR) auf Zuckerrüben, das Syndrom der niedrigen Zuckergehalte. SBR wird durch ein Bakterium verursacht und zeigt sich äußerlich anhand eines gelb verfärbten Blattapparates und lanzettartigen Herzblättern. In der Folge bilden die Zuckerrüben deutlich weniger Zucker.Darüber hinaus überträgt die Schilf-Glasflügelzikade ebenfalls ein Phytoplasma, ein zellwandfreies Bakterium, welches die Krankheit Stolbur – auch bekannt unter dem Begriff „Gummirübe“- überträgt. Dabei welken die Rübenblätter zunächst, sterben ab und der Rübenkörper wird gummiartig, schrumpft und kann schwerer verarbeitet werden. Auch Stolbur ist mit hohen Zuckerertragsverlusten verbunden. Zusammengefasst werden diese beiden Krankheiten unter dem Begriff SBR-Komplex.
Nordzucker
Nordzucker ist einer der weltweit führenden Hersteller von Zucker aus Zuckerrüben und Zuckerrohr. Der Konzern gewinnt Zuckerprodukte in verschiedenen Formen, wie Weißzucker, Rohzucker, Raffinade, Biozucker, Spezialitäten und flüssige Zucker. Darüber hinaus produziert Nordzucker Futtermittel, Melasse, Düngemittel und Kraftstoffe sowie Strom. Im Geschäftsjahr 2024/25 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 2,8 Milliarden Euro. Mit der überarbeiteten Strategie Fields for Growth setzt Nordzucker zwei Schwerpunkte: Zum einen ist dies die Stärkung der Wirtschaftlichkeit des bestehenden Geschäfts mit Investitionen in Nachhaltigkeit und einer Optimierung der Kostenstruktur. Zum anderen strebt Nordzucker weitere Diversifizierung im Rahmen des geplanten Wachstums außerhalb des EU-Zuckermarkts an. Nordzucker setzt sich für Nachhaltigkeit ein, vom Landwirt bis zum Verbraucher, und macht Nachhaltigkeit zu einem integralen Bestandteil des Unternehmens. Nordzucker legt in der Verarbeitung und in der Wertschöpfungskette Wert auf regionalen Anbau, mit kurzen Transportwegen, unter höchsten Qualitäts- und Sozialstandards und mit vollständiger Verwertung der Ackerfrüchte. Ziel ist es, bis spätestens 2050 die gesamte Produktion in den Werken CO2-neutral zu gestalten. Hochwertige Produkte und Dienstleistungen, Wachstumsperspektiven und kontinuierliche Verbesserungen sind die treibende Kraft hinter einem engagierten und internationalen Team von rund 4.100 Mitarbeitern an 19 europäischen und australischen Standorten.
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