Tabakmarkt 2025: Stabiler Steuerzeichenbezug bei der Zigarette – Absatzentwicklung zeigt nur geringe Veränderungen
Berlin (ots) –
Der deutsche Tabakmarkt zeigt sich 2025 weitgehend stabil. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Bezug von Steuerzeichen wurden im Jahr 2025 66,4 Mrd. Zigaretten versteuert – ein Plus von 0,2 Prozent im Vergleich zu 2024 mit 66,2 Mrd. Stück. Auch beim Feinschnitttabak blieb die Entwicklung moderat. Laut der amtlichen Angaben wurden 24.864 Tonnen versteuert, was einem leichten Rückgang von 1,2 Prozent gegenüber 25.152 Tonnen im Vorjahr entspricht.
Vorzieheffekte durch Steuererhöhung
Der Steuerzeichenbezug für Zigaretten und Feinschnitt zeigt nur geringe Schwankungen. Ein Grund dafür ist die Steuererhöhung zum 1. Januar 2026. Viele Hersteller bestellten vorzeitig 2025 größere Mengen an Steuerzeichen, um pünktlich zu Jahresbeginn steuerkonforme Ware auf den Markt bringen zu können.
Insbesondere bei Liquids für E-Zigaretten (Substitute für Tabakwaren) zeigt sich beim Steuerzeichenbezug ein deutlicher Anstieg. Durch die Erhöhung der Steuer auf Liquids von 0,26 EUR/ml auf 0,32 EUR/ml wurden 18,2 Prozent mehr Steuerzeichen bestellt als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden 1518 tausend Liter versteuert. Im Vorjahr waren es 1284 tausend Liter.
Markt insgesamt rückläufig – Auslandsverkäufe beeinflussen deutsche Zahlen
„Die Entwicklung im Tabakmarkt verläuft seit Jahren leicht rückläufig, jedoch ohne größere Schwankungen“, erläutert Jan Mücke, Hauptgeschäftsführer des BVTE. Die jüngsten Zahlen erlauben keine Rückschlüsse auf gestiegenen Tabakkonsum oder einen wachsenden Raucheranteil in der Bevölkerung. Zudem kaufen viele Franzosen und Niederländer Tabakprodukte in Deutschland, da diese hier deutlich günstiger sind. Im Vergleich zu Deutschland kosten Zigaretten in Frankreich im Schnitt 64 Prozent und in den Niederlanden 48 Prozent mehr.
Nach den Angaben des Marktforschungsinstituts Ipos greifen auch Konsumenten in Deutschland zunehmend zu ausländischen Zigaretten. Ipsos untersucht im Auftrag der Zigarettenindustrie weggeworfene Zigarettenpackungen im Müll. 2025 hatten bundesweit 20,9 % der konsumierten Zigarettenpackungen keine deutsche Steuerbanderole – 1,1 Prozentpunkte mehr als 2024, aber deutlich weniger als in den Niederlanden, wo der Anteil mehr als doppelt so hoch ist.
Weitere Marktsegmente entwickeln sich unterschiedlich
Von Steuererhöhungen in diesem Jahr ist auch erhitzter Tabak und Wasserpfeifentabak betroffen. Für Tabaksticks weist das Statistische Bundesamt weiterhin zum Schutz des Wettbewerbs keine detaillierten Zahlen aus, da nur drei Anbieter am Markt aktiv sind.
2025 wurden 1.162 Tonnen Wasserpfeifentabak versteuert, was einem Rückgang um 8,8 Prozent gegenüber den 1.274 Tonnen im Vorjahr entspricht. Nach dem Wegfall der 25 g Obergrenze für Verkaufsmengen im Juli 2024 kam es zunächst zu höheren Mengen, die versteuert wurden; inzwischen zeigt sich eine leichte Stabilisierung. Keine Steuererhöhungen in 2026 gab es für Zigarren/Zigarillos und Pfeifentabak. Der Absatz bei Zigarren/Zigarillos sank um 6,6 Prozent auf 2,1 Mrd. Stück (2024: 2,3 Mrd.). Bei Pfeifentabak bleibt das Segment mit 323 Tonnen (2024: 314 Tonnen) ein Nischenprodukt; es verzeichnete einen Zuwachs von 2,9 Prozent.
Steuereinnahmen steigen – moderate Anpassungen zeigen Wirkung
Die Einnahmen aus der Tabaksteuer (ohne erhitzten Tabak) stiegen 2025 auf 16,2 Mrd. Euro. Den größten Anteil trug nach wie vor die Zigarette mit 13,2 Mrd. Euro bei. Insgesamt erhöhte sich das Steueraufkommen um 6,6 Prozent. „Die Entwicklung zeigt, dass maßvolle steuerliche Anpassungen planbare Rahmenbedingungen schaffen und zu einem insgesamt stabilen Markt beitragen“, betont Mücke.
Eine entscheidende Veränderung könnte jedoch ab 2028 anstehen. Die EU-Kommission plant eine deutliche Erhöhung der Mindeststeuersätze für Tabakprodukte. Damit würden Zigaretten und Feinschnitt in Deutschland preislich voraussichtlich auf das Niveau von Frankreich oder den Niederlanden steigen.
Ansprechpartner für Rückfragen:
Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE)
Jan Mücke
Hauptgeschäftsführer
Georgenstraße 25
10117 Berlin
Tel. +49 30 88 66 36 – 123
[email protected]
www.bvte.de
Original-Content von: Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE), übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots
