10 Prozent weniger neue Azubis in der Industrie – warum der Industriemeister jetzt zum Karriere-Booster werden könnte

Andernach (ots) –

Die bayerische Metall- und Elektroindustrie bildet deutlich weniger aus: 2026 wurden bislang 10,4 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahr – bereits das zweite zweistellige Minus in Folge. Gleichzeitig wollen die Unternehmen fast 90 Prozent ihrer aktuellen Azubis übernehmen. Qualifizierte Fachkräfte bleiben damit gefragt, während weniger Nachwuchs nachkommt.

„Wenn weniger Fachkräfte nachkommen, steigt der Wert derjenigen, die bereits Berufserfahrung besitzen und zusätzliche Verantwortung übernehmen können. Genau deshalb kann der Industriemeister jetzt zum entscheidenden Karriereschritt werden“, sagt Stephan Rodig, Geschäftsführer der Bildungsfabrik. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum die aktuelle Entwicklung neue Karrierechancen für Facharbeiter eröffnet, weshalb der Industriemeister gerade jetzt besonders interessant sein kann und welche beruflichen und finanziellen Perspektiven die Weiterbildung ermöglicht.

Weniger Azubis heißt nicht automatisch weniger Fachkräftebedarf

Der Rückgang bei den Ausbildungsverträgen hat verschiedene Ursachen. Unternehmen nennen neben der wirtschaftlichen Lage und einem teilweise gedeckten Personalbedarf auch Schwierigkeiten, geeignete Bewerber zu finden. Von einem reinen Nachwuchsmangel kann daher nicht gesprochen werden. Gleichzeitig zeigt die geplante Übernahmequote von fast 90 Prozent, dass viele Betriebe ihre ausgebildeten Fachkräfte halten möchten.

Für erfahrene Beschäftigte eröffnet diese Entwicklung Möglichkeiten, allerdings nicht automatisch. Aus weniger Auszubildenden folgt nicht zwangsläufig, dass mehr Meisterstellen frei werden. Entscheidend ist, welche Aufgaben ein Unternehmen besetzen muss und welche Kompetenzen dafür erforderlich sind.

Stephan Rodig empfiehlt deshalb, eine Weiterbildung mit einem konkreten Ziel zu verbinden: „Die Frage sollte nicht nur lauten: Welchen Abschluss möchte ich haben? Wichtiger ist: Welche Verantwortung möchte ich künftig übernehmen?“

Wenn Berufserfahrung um Führungskompetenz wächst

Die Weiterbildung zum Industriemeister setzt genau hier an. Neben Betriebs-, Fertigungs- und Montagetechnik gehören auch Kostenwesen, Personalführung, Personalentwicklung und Qualitätsmanagement zum Qualifikationsprofil. Facharbeiter erweitern damit ihre Erfahrung um organisatorische und wirtschaftliche Kenntnisse.

Wie wichtig diese Kombination ist, zeigt der Produktionsalltag. Soll ein neues Produkt gefertigt werden, müssen Maschinen umgerüstet, Beschäftigte eingewiesen und Qualitätsvorgaben eingehalten werden. Zugleich gilt es, Termine und Kosten im Blick zu behalten. Ein Industriemeister kann dabei den Personaleinsatz abstimmen, Schulungsbedarf erkennen und verschiedene Bereiche koordinieren.

„Der Meistertitel ersetzt keine Berufserfahrung. Er ergänzt sie um einen breiteren Blick auf den Betrieb“, erklärt Rodig. Wer Zusammenhänge zwischen Technik, Kosten, Qualität und Zusammenarbeit versteht, kann dadurch zusätzliche Verantwortung übernehmen.

Erfahrene Fachkräfte werden auch für den Nachwuchs wichtig

Wenn weniger junge Menschen ausgebildet werden, gewinnt zugleich die Entwicklung der bestehenden Belegschaft an Bedeutung. Erfahrene Fachkräfte können dabei eine wichtige Rolle spielen, indem sie ihr Wissen weitergeben, neue Kollegen einarbeiten oder Auszubildende anleiten. Auch darauf bereitet die Weiterbildung zum Industriemeister vor. Neben fachlicher Erfahrung kommt es dabei darauf an, Wissen verständlich zu vermitteln und Beschäftigte auf neue Aufgaben, Maschinen oder Prozesse vorzubereiten.

Aus Sicht von Rodig sollten Betriebe Nachwuchsförderung und Weiterbildung deshalb nicht gegeneinander ausspielen. „Wir brauchen beides: Nachwuchs, der einen Beruf erlernt, und erfahrene Mitarbeiter, die sich weiterentwickeln und ihr Wissen weitergeben.“

Mehr Verantwortung kann sich auch finanziell auszahlen

Eine höhere Qualifikation kann auch finanzielle Perspektiven eröffnen. In einer bundesweiten DIHK-Befragung unter rund 20.000 Absolventen der Höheren Berufsbildung berichteten 60 Prozent nach ihrer IHK-Fortbildungsprüfung von einem höheren Einkommen. 57 Prozent erreichten eine höhere Position oder einen größeren Verantwortungsbereich. Die Zahlen beziehen sich allerdings auf verschiedene Fortbildungsabschlüsse und sind keine Gehaltsprognose für Industriemeister.

Ob sich die Weiterbildung finanziell auszahlt, hängt daher von der späteren Position ab. Neben dem Gehalt spielen Verantwortung, Entwicklungsmöglichkeiten und Arbeitszeiten eine Rolle. Wer etwa aus dem Schichtdienst wechselt, sollte auch mögliche Veränderungen bei Zuschlägen berücksichtigen.

Den nächsten Karriereschritt rechtzeitig vorbereiten

Eine berufsbegleitende Weiterbildung verlangt Zeit und Disziplin. Gerade für Schichtarbeiter muss sie deshalb mit dem Arbeitsalltag vereinbar sein. Die Bildungsfabrik bietet unter anderem digitalen Live-Unterricht am Morgen und Abend, Aufzeichnungen sowie digitale Lernmaterialien an.

Feste Lernzeiten und das frühzeitige Auffrischen von Grundlagen können die Vorbereitung erleichtern. Wer sich weiterentwickeln möchte, sollte außerdem interne Karrierewege ansprechen und Stellenprofile vergleichen, bevor eine konkrete Position frei wird.

Denn auch der Industriemeisterabschluss garantiert weder eine Beförderung noch einen sicheren Arbeitsplatz. Er kann aber vorhandene Berufserfahrung um nachgewiesene Fach-, Organisations- und Führungskompetenzen erweitern.

„Weniger Azubis sind zunächst keine gute Nachricht für die Industrie“, sagt Rodig. „Für erfahrene Facharbeiter kann die Entwicklung aber ein Anlass sein, die eigene Zukunft aktiver zu gestalten.“ Wer sich frühzeitig auf mehr Verantwortung vorbereitet, schafft damit die Voraussetzungen, eine passende Gelegenheit auch nutzen zu können.

Über die Bildungsfabrik

Die Bildungsfabrik ist eine digitale Meisterschule für angehende Industriemeister. Sie bietet berufsbegleitende Weiterbildungen zum IHK-Abschluss und setzt dabei auf Live-Online-Unterricht, flexible Lernmodelle sowie eine persönliche Begleitung der Teilnehmer. Das Angebot richtet sich insbesondere an Berufstätige, die ihre Weiterbildung mit Beruf und Privatleben vereinbaren möchten. Weitere Informationen unter: https://bildungsfabrik-online.de/ (https://bildungsfabrik-online.de/)

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Quelle: ots