Traumjob Lkw-Fahrer: Was Berufsanwärter vorab wissen müssen

Der Job des Lkw-Fahrers hat in den letzten Jahrzehnten deutlich an Prestige eingebüßt. Während Trucker früher die Helden der Straße waren, ist das Berufsbild des Fernfahrers heutzutage nicht mehr allzu attraktiv. Das könnte sich aber bald schlagartig ändern, denn der Personalmangel ist enorm und immer mehr Unternehmen schaffen attraktive Vergütungen und Arbeitsbedingungen für ihre Fahrer. Grund genug, sich näher mit dem Berufsbild des Lkw-Fahrers auseinanderzusetzen.

Die 40-Stunden-Woche ist relativ

In vielen Berufen gibt es heutzutage die klassische 40-Stunden-Woche. Für Lkw-Fahrer ist das aber meist nur eine Illusion. Dennoch gibt es aber auch hier natürlich gewisse Regelungen, was die Lenk- und Ruhezeiten betrifft. Pro Tag darf maximal neun Stunden gefahren werden. Zweimal pro Woche darf die Fahrzeit aber auf 10 Stunden ausgeweitet werden. Damit die theoretisch möglichen 65 Stunden pro Woche aber nicht ausgereizt werden können, dürfen Lkw-Fahrer maximal 56 Stunden unterwegs sein. Innerhalb von zwei Wochen darf jedoch maximal 90 Stunden eine Zugmaschine gelenkt werden. Was auf den ersten Blick etwas kompliziert klingen mag, ist meist auch nur im Fernverkehr wirklich von Bedeutung. Im Nahverkehr herrschen meist ähnliche Voraussetzungen wie in vielen anderen klassischen Berufsbildern auch.

Benötigt man eine Ausbildung zum Lkw-Fahrer?

Der Beruf des Lkw-Fahrers verlangt nicht zwingend eine vorangegangene Ausbildung. Dennoch gibt es in Deutschland eine dreijährige Ausbildung, die bereits jungen Menschen einen Einstieg in die Logistikbranche ermöglicht. Der große Vorteil einer Ausbildung: In den meisten Fällen übernimmt der Arbeitgeber auch die Kosten für den Führerschein. Um einen Lkw über 3,5 Tonnen lenken zu dürfen, braucht es die C-Lenkberechtigung. Die Kosten hierfür können gut und gerne bei 3.000 Euro oder mehr liegen. Für Quereinsteiger durchaus ein Hindernis, wenn später einmal ein Sattelzug gelenkt werden soll. Zudem müssen Lkw-Fahrer alle fünf Jahre eine Weiterbildung machen, die in Deutschland gesetzlich verpflichtend ist. Am Ende erhalten Lkw-Fahrer dann einen Fahrerqualifizierungsnachweis in Scheckkartenform. Alle fünf Jahre müssen sich Berufskraftfahrer die Fahrtüchtigkeit von einem Arzt bescheinigen lassen. Der Test beschränkt sich jedoch nur auf grundlegende Reaktionsfähigkeit und die Funktion der Sinne. Hier also durchzufallen und aufgrund dessen seinen Job zu verlieren, ist also höchst unwahrscheinlich.

Was muss ein Lkw-Fahrer können?

In erster Linie muss ein Lkw-Fahrer natürlich sicher mit seinem Fahrzeug umgehen können. Vor allem das Lenken eines Sattelschleppers verlangt höchste Konzentration und ist vor allem in den ersten Wochen und Monaten nach dem Berufseinstieg ungewohnt. Jedoch reicht es für das Berufsbild nicht aus, nur ein guter Fahrer zu sein. Auch technisches Know-how rund um Hydraulik, Motor und Co. ist gefragt. Zudem muss ein Lkw-Fahrer im Zweifelsfall auch selbst be- und entladen können. Dafür ist der sichere Umgang mit einem Hubwagen erforderlich. Nicht zu vergessen ist aber auch die körperliche Fitness. Gerade weil die meisten Lkw-Fahrer viel Zeit im Sitzen verbringen, ist der Job eine gewisse Herausforderung. Um die Waren sichern oder einen schweren Reifen wechseln zu können, ist körperliche Fitness nämlich eine Grundvoraussetzung.